Fairytale gone bad

You promised me the sky
Then tossed me like a stone
You wrap me in your arms
And chill me to the bone

Linkin Park

Ich wünsche, dass ich endlich zu müde bin, um überhaupt noch darüber nachzudenken. Andererseits vergehen manchmal Tage, an denen ich keinen Gedanken an diese Geschichte verliere und das ist echt viel, wenn man es an der Bedeutung misst, die sie einmal für mich hatte. Irgendwie sind auch alle Worte gesagt, jeder Stern vom Himmel geholt und jedes Fegefeuer ausgebrannt. Es ist so sinnlos. Aber es war mal meine ganze Welt und die geht nun mal nicht so schnell unter, auc h nach zwei Jahren nicht. Da ist immer noch eine kleine Narbe auf dem Herzen, die nicht verblassen wird. Jedenfalls nicht heute und nicht morgen.

Es war gut so, wie es war und es ist auch gut, dass es vorbei ist. Ich bin mir mittlerweile einfach zu schade und zu faul für ein ewiges Hinterherrennen. Die ganzen Erinnerungen machen mich müde, aber ich könnte die Geschichte noch weiterführen, wenn ich wollte. Aber irgendwann habe ich aufgegeben und ich wünsche mir eigentlich auch schon lange nicht mehr, dass ich ein Lebenszeichen erhalte. Was bleibt ist ein schönes nostalgisches Gefühl und Narben. Etwas Melancholie, ein paar längst getrockenete Tränen. Es könnte doch nie wieder so werden, wie es mal war und selbst damals war wahrscheinlich weniger wahr, als ich dachte. Ich war nie ihre Welt.
Ich glaube, ich wusste das auch. Ich wusste es nicht nur, mir war auch bewusst, dass ich in einer Sackgasse stand und je deutlicher das wurde, umso mehr versuchte ich, ihre Mauern zu überwinden. Der Mut oder die Dummheit einer Verzweifelten.
Ich bin vielleicht immer noch ein bisschen sauer über viele schöne Worte und wenig schöne Taten. Mir fehlen immer noch tausend Antworten, aber ich kann auch mit den tausend Fragen unbeirrt durch mein Leben gehen. Es war irgendwie eine schöne Zeit. Eine verrückte, schreckliche Zeit, aber auch eine schöne. Und die vermisse ich, keine Person.

12.6.07 14:20


Sonntag

Energie liegt in der Luft. Gerade hat es gewittert und milder Sommerregen floss literweise die Fenster hinunter. Ich mag den Geruch des Wassers auf dem Asphalt und das Geräusch, wenn ein Autoreifen durch einen See aus Regen gefahren wird. Heute Nachmittag war es so heiß und schwühl und Sonntag. Ich hasse Sonntage, sie sind so klebrig wie ein zertretenes Nimm2. Ich glaube, Sonntage sind nicht dafür gemacht, dass ich an ihnen existiere. Samstagnachts schläft meine Psyche ein und wacht am Montag in aller Früh wieder auf. Das halbwegs neutrale Gefühl von Unwirklichkeit wird sonntags dann durch Hausaufgaben oder Sex oder beides für ein paar Momente aus der Realität verbannt. Es quält mich zwar kaum, aber wirklich willkommen ist es auch nicht. Gegenwehr ist allerdings zwecklos.

Heute Nachmittag, als es noch so unerträglich tropisch war, lag ich wie tot auf dem Bett, schläfrig, psychisch zurückgezogen wie die Raupe in ihrem Kokon. Ich habe ihn angesehen, wie er da lag, mit diesem hässlich bunten Tuch um die Hüften und kleinen Schweißtropfen unter dem zerzausten Haaren auf seiner Stirn. Er wirkte so fremd. Ich weiß auswendig, wie er riecht, schmeckt, weiß, welches Deo er benutzt und welche seiner Ängste am größten sind. Ich weiß so viel, mehr als alle anderen vermutlich – und eigentlich doch auch so schrecklich gar nichts. Wenn es einen Sinn hätte, würde ich alle Fragen fragen, die meine Lippen sprechen könnten, aber Millionen von ihnen würden mich ihm nicht näher bringen. Da ist irgendwo eine Grenze. Er ist er und ich bin ich, auch wenn wir manchmal zu gerne nur ein Wir wären. Ich kann ihn niemals ganz verstehen, ich darf es nicht.

Seitdem ich in das erste Mal gesehen habe, verschmolz meine Psyche mit seiner und er war von Anfang an wie jemand, den ich schon immer gekannt habe. Diese Vertrautheit war unheimlich, ist aber immer noch unheimlich schön. Nur manchmal, da vergesse ich, dass er immer noch er ist, mein Mann zwar, aber immer noch zu einem kleinen Teil ein Fremder, der seine eigene Welt in den Händen hält. Und wenn ich mich daran erinnere - meistens ist es dann Sonntag - dann will ich nicht, dass er jemals geht.

10.6.07 22:49


Status Quo

Habe eben versucht, Hausaufgaben zu machen und bin an dem Zementblock in meinem Kopf gescheitert. Der macht es fast unmöglich, einen klaren Gedanken zu fassen, sei es über Beziehungen, Urlaubsplannungen, Akkumulationen oder sonstiges Gedöns. Rede mir ein, dass ich undiszipliniert bin und sitzen bleibe. Und irgendwie finde ich das so krank, dass das schon wieder lustig ist und ein Lachen schafft es manchmal, den Impuls zu unterdrücken, meine Schultasche anzuzünden oder zumindest den Zement in meinem Kopf. Ist Zement brennbar? -
Ich habe keine Lust, morgen zur Schule zu gehen und habe unbegründet Angst vor meine Pädagogik-Lehrer, weil der mir nicht meine 13 Punkte geben will, die mehr als verdient sind. Das ist nicht der Grund für das momentane Depressiönchen, aber einer der Auslöser und irgendwie nervt mich das, weil ich eigentlich im Moment mehr Lust auf verdammt guter Laune habe.
Ich habe immer noch eine Denkblockade und bin eigentlich sauer auf alles und jeden und auf meine Finger, die irgendwie nicht schnell genug tippen. Ich stehe irgendwie neben mir, aber zu nah, um einen Überblick wagen zu können. Ich sehe nur das dumme Detail einer mittelmäßigen Englisch-Analyse und könnte kotzen.

7.6.07 23:17




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